Heinrich v
on Kleist
und die Briefkultur um 1800


Tagung des Instituts für Germanistik der Jagellonen-Universität Krakau
und des Instituts für deutsche Sprache und Literatur
der Universität zu Köln
vom 27.09.2011 bis 30.09.2011,

begleitet von der Ausstellung der beiden oben genannten Institute in Zusammenarbeit mit der Biblioteka Jagiellońska Kraków aus Anlass von Heinrich von Kleists 200. Todestag
vom 28.09.2011 bis 22.10.2011

 

Anlässlich von Heinrich von Kleists 200. Todestag 2011 wird die Gelegenheit ergriffen, einerseits auf Heinrich von Kleists Briefwechsel aufmerksam zu machen, andererseits aber auch auf dessen breiteren Kontext der Briefkultur um 1800.

Im Zentrum des Interesses steht dabei das in der Krakauer Biblioteka Jagiellońska befindliche Konvolut von ca. 100 Kleist-Briefen, das etwa die Hälfte der insgesamt erhaltenen Kleist-Briefe ausmacht. Wahrscheinlich zum ersten Mal werden diese Briefe nun (natürlich nur in einer Auswahl) der Öffentlichkeit gezeigt, und zwar in einer Ausstellung vom 28.9. bis 22.10.2011 in der Bibliothek der Krakauer Jagiellonen-Universität, die teilweise parallel zur Tagung zu „Kleist und die Briefkultur um 1800“ stattfinden wird.

Bei den in Krakau vorhandenen Kleist-Briefen handelt es sich um fast alle Briefe an Ulrike von Kleist und an Wilhelmine von Zenge, außerdem z.B. einzelne Briefe an Achim von Arnim, Marie von Kleist, Rahel Levin, Otto August Rühle von Lilienstern, Karl August Varnhagen von Ense und nicht zuletzt der erste erhaltene Brief Kleists von 1793 an seine Tante, Auguste Helene von Massow, außerdem der einzige erhaltene Brief Goethes an Kleist.

Den ersten Schwerpunkt bilden damit zwar die frühen Briefe Kleists, aber es sollen während der Tagung auch die europäischen (inkl. polnischen) Dimensionen der Briefkultur um 1800 ebenso wie die medialen und materialen Bedingungen der Kommunikationsverhältnisse beleuchtet werden: Welche Briefformen existieren und welchen (inhaltlichen und sprachlichen) Einfluss zeitigen sie auf die Art der Mitteilung? Was sagen Papierqualitäten und -größen, Tinten und Versandarten über die Nachricht aus? Wie werden Beförderungsbedingungen reflektiert und welche Auswirkungen haben sie auf Form und Inhalt von Briefen? Wie werden all diese Aspekte in der Literatur aufgegriffen und reflektiert? usw.

Heinrich von Kleist ist ein Autor, der in geradezu idealtypischer Weise diese Bedingungen der Kommunikation reflektiert und verarbeitet: angefangen bei einer auffallenden Häufung von Briefen und ‚Billets’ in seinen Werken, die oft entscheidende Wendepunkte der Handlung markieren, bis hin zu seinem halb scherzhaften, halb ernst gemeinten Projekt einer »Bombenpost« zur Beschleunigung der Kommunikation. Aber schon die frühen Briefe erhalten nicht nur Bedeutung als Lebenszeugnisse, sondern sind bereits Schreibübungen und Bestandteile seines literarischen Ideenmagazins.

Bei dieser Veranstaltung handelt es sich im Kern um eine Partnerschaftstagung der Germanistischen Fachbereiche der Universitäten Krakau und Köln, an der aber auch eingeladene Experten und Gäste von anderen Partnerinstituten der Krakauer Germanistik sowie Forscher, die sie sich über die CFP- Aktion  anmeldeten, teilnehmen werden.

Es ist eine Tagungsgebühr von 25 Euro (100 Zloty) vorgesehen, die einen geringen Teil der Spesen bzw. der Druckkosten des 2012 zu veröffentlichenden Tagungsbands decken sollte.

Dank bestehenden Partnerschaftsverträgen wird im Rahmen der Institutspartnerschaften den bereits von Organisatoren eingeladenen Gästen ein Teil der Aufenthaltskosten zurückerstattet.

In allen anderen Fällen können wir leider keine Reise-, Unterkunft- und Aufenthaltskosten übernehmen. Wir bitten um Ihr Verständnis und laden herzlich zu unserer Tagung ein.