Ausstellung


Am 21. November 2011 jährt sich zum 200. Mal der Todestag Heinrich von Kleists — eines der bedeutendsten deutschen Schriftsteller, eines wichtigen Vorbilds für die literarische Moderne um 1900 und eines bis heute sehr populären Theaterautors. Aus diesem Anlass ergreifen das Institut für Germanische Philologie der Jagellonen-Universität Krakau, die Krakauer Jagellonen-Bibliothek und das Institut für Deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln die Gelegenheit, an das Leben und Œuvre dieses Dichters in einer Ausstellung zu erinnern.

Im Zentrum des Interesses steht dabei das in der Biblioteka Jagiellońska befindliche Konvolut von ca. 100 Kleist-Briefen, das durch Kriegswirren aus der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek Berlin nach Krakau kam und etwa die Hälfte der insgesamt erhaltenen Kleist-Briefe ausmacht. Hierzu zählen vor allem Briefe an Familienmitglieder, die zeitweilige Verlobte, Freunde und Schriftsteller-Kollegen. Zudem finden sich hier der einzige erhaltene Brief Goethes an Kleist, Brief-Abschriften aus dem Nachlass Varnhagens zu Kleists Selbstmord und weitere Dokumente zu Kleists Leben und Werk. Damit lassen sich die wesentlichen Lebensstationen Kleists in groben Zügen dokumentieren. Besonders hervorgehoben werden muss, dass diese Manuskripte wahrscheinlich zum ersten Mal überhaupt — wenn auch nur in einer Auswahl — der breiteren Öffentlichkeit gezeigt werden.

Wie es der Titel der Ausstellung ankündigt, ist es auch unsere Absicht, Heinrich von Kleist und dessen Briefwechsel nicht isoliert, sondern vor einem breiteren Hintergrund zu präsentieren, den man allgemein mit dem Begriff Briefkultur um 1800 umschreiben könnte. Es sollten daher in der Ausstellung nicht nur deutsche, sondern auch europäische, darunter polnische Kontexte beleuchtet werden. Neben den ausgewählten Handschriften von Kleist werden aus dieser Überlegung heraus auch Briefsteller und Briefromane sowie eine Auswahl von Briefen bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Deutschland (wie Goethe oder Jean Paul), Polen (Niemcewicz, Mickiewicz, Norwid) und Europa (Hugo, Puschkin, Dickens) ausgestellt.
Wir hoffen, dass die Besucher der Biblioteka Jagiellońska durch diese Zusammenstellung der Exponate nicht nur einen interessanten Einblick in die persönliche Korrespondenz Heinrich von Kleists, sondern zugleich auch in die Briefkultur um 1800 werden gewinnen können.

Ort: Biblioteka Jagiellońska, ul. Oleandry 3, Ausstellungsraum
Öffnungszeiten: 29.09.2011-28.10.2011
Mo-Mi 10-15 Uhr
Do-Fr 10-17 Uhr
Eintritt frei

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme

Kuratoren
Dr. Ingo Breuer
Dr. habil Katarzyna Jaśtal
Dr. Paweł Zarychta

Mitveranstalter
Dr. Monika Jaglarz
Mag. Małgorzata Kusak
Mag. Mariusz Paluch